Gedichte

Die Kunst zu dichten ...

Das Gedicht zum Nachtwächter ...

Er ist ein vielgefragter Mann –

wichtig und unentbehrlich.

Die Welt verlangt mehr, als er kann –

und ehrt ihn hundserbärmlich!

 

Wilde Tiere, Nachtgespenster,

wenn der Diebstahl schleicht durch’s Fenster,

hört man des Wächters Horn vom Platz –

sind sicher Mann und Maus und Katz!

 

Er ist für alle Dinge da,

die nachts geschehen, immerdar.

Er schützt das Haus vor Feuersbrunst –

genießt darob doch wenig Gunst!

 

Er wacht auf Türmen und auf Straßen,

an jeder Eck, auf schmalen Gassen.

Laut tönt sein nächtlich Hornesruf,

ein Glück, dass Gott dies Mannsbild schuf!

 

Er hat unendlich viele Pflichten,

doch ich mag nicht weiter dichten.

Nur eins am End füg’ ich noch ein:

Der Nachtwächter damals – war ein armes Schwein!

 

Helga Simon,
"die poetische Nachtwächterin",
freischaffende Künstlerin

Marienstraße 54a
32427 Minden
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Fax: 0571 / 87338